Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Abschied und Aufbruch

Der Abschied von Verwandten und Freunden war für viele Auswanderer der schwerste Schritt auf ihrem Weg in die Neue Welt. Wie Geburt, Hochzeit und Tod wurde er als tiefgreifender lebensgeschichtlicher Einschnitt empfunden, mit dessen Bewältigung zahlreiche symbolische Handlungen verbunden waren.

An vielen Orten wurde der Aufbruch nach Amerika festlich vollzogen. Wo möglich, bewirteten die Auswanderer vor ihrer Abreise die Daheimbleibenden. Manche der wohlhabenderen Auswanderer stifteten der Dorfgemeinschaft eigene Wegkreuze, die an ihr Schicksal erinnern sollten. Im Gegenzug wurden die Auswanderer mit Gesang und Musik oft bis an die Grenze des Dorfes begleitet, um so Solidarität mit ihnen zu bekunden. Der freudige Abschied bot damit auch zukünftigen Auswanderern eine positive Perspektive.

Von Todesgedanken war dagegen der Gang zum Kirchhof bestimmt. Bei ihrem letzten Besuch nahmen die Auswanderer Abschied von ihren verstorbenen Eltern und Großeltern. Von den Gräbern füllten sie Erde in Säckchen. Die Erde sollte den Auswanderern später in ihr eigenes Grab in Amerika folgen, um sie symbolisch wieder mit der Familie zu vereinen.